Marion von Schabrowsky - Kunsthistorikerin

Der amerikanische Künstler Ad Reinhardt sagte einst „Kunst ist Kunst und alles andere ist alles andere“. Dieser Satz trifft es ganz gut, wenn es um die Arbeiten von Albert von Stein geht. Er versteht Malerei weniger als Mitteilungskunst: Kein Kopieren nach der Natur, keine Allegorien, keine Geschichten, keine Statements, keine Ideologien. Malen bedeutet für ihn vor allem eins: Form – Fläche - Farbe.

Dabei überzeugt Albert von Stein durch experimentelle Frische, bei der man den Betrachter nur warnen kann: „please, fasten your seatbelts“ Blickt man nach links, tun sich Werke auf, in den Farbe in ihrer ganzen Akustik, Dynamik und Lebendigkeit eingesetzt wird und man spürt regelrecht, wie sehr es Albert von Stein genießt, seinen malerischen Mitteln freien Lauf zu lassen.
Blickt man dann nach rechts, streift das Auge über Arbeiten, die eine in sich ruhende Ästhetik besitzen:
Weißes Papier auf weißgetünchter Leinwand oder hauchdünne Holzstreifen auf milchig wirkendem Grund. Diese Verschmelzung von Materialien und dem weichen Gegensatz von Flächigkeit und Tiefe mündet in einem spannungsvollen Minimalismus.

Albert von Stein geht mit einer gewissen Konzeption an die Arbeit, die er aber während des Schaffensprozesses ganz absichtsvoll aufbricht, um spontanen Momenten Raum zu lassen. Der Zufall, das nicht plan- oder kalkulierbare, ist ein wichtiger Gegenstand seiner Arbeit, um Bilder zu schaffen, die fern jeglicher Berechnung und Rationalität liegen. Die Bilder entstehen, sie wachsen